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linhart Offline




Posts: 2.463

Mon Nov 08, 2010 9:37 am
TAND(E) Quote · reply

Ich möchte wieder einmal das Dativ-E thematisieren, und zwar die Regel, dass es bei als Fremdwörtern gekennzeichneten Begriffen nicht zulässig ist. Bei TAND steht im R-Duden <lat.>, und deshalb ist wohl *TANDE derzeit ungültig. Im U-Duden erfährt man aber, dass es dieses Wort bereits im Mittelhochdeutschen gegeben hat, dass die Herkunft unbekannt ist und es nur "vielleicht" von dem Lateinischen "tantum" kommt:

Tand, der; -[e]s [mhd. tant = leeres Geschwätz, Possen, H. u., viell. über die roman. Kaufmannsspr. (vgl. span. tanto = Kaufpreis, Spielgeld) zu lat. tantum = so viel]

Es handelt sich also keineswegs um ein Fremdwort im eigentlichen Sinne. Man müsste daher entweder die Regel dahingehend präzisieren, dass das Dativ-E ausgeschlossen ist, wenn in Winkelklammern eine Herkunftssprache angegeben ist, oder für die Klassifizierung als Fremdwort auch andere Wörterbücher (insbes. den U-Duden) heranziehen.

Die erste Variante ist natürlich einfacher zu handhaben, die zweite wäre aber angemessener. (Der G-Duden lässt ja grundsätzlich sogar für Fremdwörter das Dativ-E zu, wenngleich mit dem Adjektiv "selten" bzw. mit einem Fragezeichen versehen.)

Übrigens führt Canoo die Dativform *TANDE an.


Gero Offline




Posts: 2.613

Tue Nov 09, 2010 7:35 pm
#2 RE: TAND(E) Quote · reply

Man kann es auch so formulieren: ab wann gilt ein Fremdwort als eingebürgert?

Bei Altar wird z.B. im RD ebenfalls der Zusatz <lat.> angegeben. Deswegen ist ALTARE nicht regelkonform, obwohl die Wendung "zum Altare Gottes will ich treten" vergleichsweise häufig anzutreffen ist. Heikel wäre z.B. der Zusatz <jidd.> zu werten, denn Jiddisch ging zur Zeit des Hochmittelalters aus dem Mittelhochdeutschen hervor und ist allgemein auch heute noch der deutschen Sprache und deren Mundarten sehr nahe. Fremdwort?

Eine Lösung wäre, das Dativ-E generell freizugeben, solange die Aussprache den Gesetzen der deutschen Phonetik folgt. Dann müssten aber Teile der Wörterlisten neu geschrieben werden ... das ist m.E. nicht durchsetzbar. Wie schreibst du richtigerweise: ... Die erste Variante ist natürlich einfacher zu handhaben ...

Gero


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linhart Offline




Posts: 2.463

Wed Nov 10, 2010 6:56 am
#3 RE: TAND(E) Quote · reply

Mit "solange die Aussprache den Gesetzen der deutschen Phonetik folgt" meinst du wohl, "wenn der Genitiv auf -es gebildet werden kann oder muss". Nach diesem Kriterium würde z.B. bei den mit <jidd.> gekennzeichneten Wörtern nur STUSS ein Dativ-E erhalten. (Lt. U-Duden ist übrigens STUSS auch eine Nebenform von Stoß.)
Aber du hast schon recht, so eine Änderung ist wahrscheinlich nicht durchsetzbar ...


Gero Offline




Posts: 2.613

Wed Nov 10, 2010 8:35 am
#4 RE: TAND(E) Quote · reply

Zitat
Lt. U-Duden ist übrigens STUSS auch eine Nebenform von Stoß



Damit könnte STUSSE für den UD-Wortschatz relevant sein. Mal nachschaun, ob ich STUSSE gelistet habe ... fürchte aber eher nein ...


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